Games

Landtag Rheinland-Pfalz sieht weiterhin keinen Bedarf für eine Gamesförderung

Joachim Pauls Appell an den Landtag Rheinland-Pfalz, eine institutionelle Gamesförderung im Land aufzubauen, ist abgelehnt worden.

29.05.2020 11:59 • von
Plenum in der Rheingoldhalle am 28.5.2020. (Bild: Landtag RLP / Torsten Silz)

Auf Antrag der AFD-Fraktion, beschäftigte sich diese Woche der Landtag Rheinland-Pfalz mit der Frage, ob das Bundesland ein landeseigenes Förderprogramm für Games und Filme für notwendig hält. Nach 20-Minütiger Debatte zwischen Joachim Paul (AFD), Steven Wink (FDP) und Josef Dötsch (CDU) wurde der Antrag von der regierenden Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen abgeschmettert.

Grund der Ablehnung ist vor allem für Steven Wink, dass die Rheinland-Pfalz nicht als Gaming-Standort etabliert werden musst, denn die Rheinland-Pfalz sei bereits ein erfolgreich etablierter Gaming-Standort. So werde am Standort Mainz bereits Pionierarbeit geleistet, die die AFD verkenne.

Wink rückt bei seiner Argumentation das Entwicklerstudio Ubisoft Blue Byte am Standort Mainz in den Fokus, betont aber, dass das Studio nur eines von vielen Beispielen eines "starken, kreativen, erfolgreichen und modernen Medienstandort ist". Darin eingeschlossen ist auch das Wormser Studio Kalypso Media. "Den Standort klein zu reden und ihn als unbedingt förderbedürftig zu präsentieren, wird dem Standort Rheinland-Pfalz nicht gerecht", so Wink weiter.

Bisher gibt es nämlich keine Förderung der Gameswirtschaft in Rheinland-Pfalz. Unternehmen aus der Gamesbranche können zwar, wie andere Unternehmen auch an der allgemeinen Wirtschaftsförderung der ISB partizifieren, eine Förderung einer "Zukunftsbranche", stelle sich die AFD aber anders vor.

Josef Dötsch (CDU) sieht zumindest Bedarf darin, dass man sich über die Fördermöglichkeiten "unterhalten sollte", kritisiert aber, dass im Antrag der AFD zu wenige konkrete Vorschläge und vor allem keine Angaben zu den Finanzierungskosten gemacht werde.

Der in der Drucksache 17/11451 angedeutete Kulturtest, stößt bei Steven Wink für Unverständnis. Er empfindet den "vorgeschalteten Kulturtest als "befremdlich" und " an der Realität vorbei". Deshalb wettert er gegen den Kulturtest: "Viele Spiele, die es auf dem Markt gibt, wären eingeschränkt durch den Kulturtest und könnten so nicht veröffentlicht werden. Man kann dem Unternehmen nicht vorschreiben, was sie zu produziert haben. Wo kommen wir da denn hin?"

Was Wink nicht erwähnt ist, dass ein Kulturtest europa-rechtlich obligatorisch ist. Für Paul legt der Kulturtest fest, dass nicht nur "Ballerspiele" gefördert werden. Es sei demnach nicht falsch, "förderwürdige Spiele mit einem Kulturtest ausstatten". Selbst die geplante großvolumige Bundesförderung erhielt einen solchen Kulturtest.

Aus Sicht der Landesregierung gibt es also immer noch keinen Bedarf in Richtung einer Gamesförderung zu handeln. Staatsminister Konrad Wolf erwähnt die Rheinland-Pfalz als einen attraktiven Medienstandort mit wichtigen Unternehmen und Hochschulen mit modernen Studiengängen. Zudem sei mit gameUp! Rheinland-Pfalz eine Initiative am Standort gewährleistet, die Messe-Auftritte wie jene auf der gamescom organisiert.