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Demoscene als UNESCO-Kulturerbe in Finnland anerkannt

Finnland nimmt als erstes Land überhaupt die Demoscene in seine Liste des Immateriellen Kulturerbes auf. Es ist der erste Erfolg der transnationalen "Art of Coding"-Kampagne.

15.04.2020 13:02 • von

Ein Ostergeschenk der besonderen Art. Das finnische Ministerium für Bildung und Kultur akzeptierte am 9. April die Demoscene als immaterielles UNESCO Kulturerbe. Damit reiht sich die Demoscene dort erstmals in eine Reihe lebendiger Traditionen, wie mündliche Überlieferung und das Spielen der Singenden Säge, ein. Finnland ist damit das weltweit erste Land, das eine Digitale Bewegung als Kulturerbe anerkennt.

Die positive Entscheidung wurde unter anderem, auf Basis der ausführlichen Wiki-Seite getroffen, die von Mitgliedern der Szene geschrieben wurde.

Die finnische Initiative zur Aufnahme der Demoscene als UNESCO-Kulturerbe ist Teil der im Mai 2019 gestarteten, übergeordneten und transnationalen Kampagne "Art of Coding". Diese hat es sich zum Ziel gemacht, die Demoscene international zu vertreten und als Kulturerbe zu etablieren. Initiiert wurde die Kampagne von Tobias Kopka, Conference Director von Ludicious und Gründer des Vereins Digitale Kultur, sowie Andreas Lange, Präsident der European Federation of Game Archives, Museums and Preservation Projects (EFGAMP). Zu dem Verband gehört auch das Finnish Museum of Games in Tampere, das die Initiative vor Ort mit einer speziellen Ausstellung zur Demoscene unterstützte. Die Aufnahme in die offizielle Liste des Immateriellen Kulturerbes in Finnland ist der erste große Erfolg von "Art of Coding".

Tobias Kopka: "Wir sind stolz und dankbar, dass eine der Grundlagen der internationalen Demoscene-Kultur den erfolgreichen Sprung an die Spitze zukünftiger Initiativen geschafft hat, und die UNESCO stimmt erstmals mit uns darin überein, welche wichtige Rolle die digitale Kultur für die Gemeinschaft und die Identität ihrer Mitglieder spielen kann."

"Dies ist ein starkes Engagement, das nicht nur ein großer Erfolg für die finnische Demoszene ist, sondern der Kampagne und der digitalen Kultur im Allgemeinen zum Durchbruch verhelfen wird", fügt Andreas Lange hinzu. "Das nächste Land, in dem wir ein Urteil erwarten, ist Deutschland, das hoffentlich auch die starken europäischen Beziehungen der Demoszene bestätigen wird".

Das Bewerbungsverfahren ist in jedem Land ein langer, mehrstufiger Prozess. Die aktuelle Bewerbungsphase in Deutschland lief vom April bis zum Oktober 2019. Die endgültige Entscheidung über eine Aufnahme hierzulande fällt zwischen Dezember 2020 und März 2021.