Games

Covid-19: 60 Prozent deutscher Games-Firmen erwartet negative Auswirkungen auf das Geschäft

Obwohl ein Großteil der deutschen Spieleunternehmen die Kriste aktuell noch souverän meisternt, befürchten knapp zwei Drittel kurzfristige negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

26.03.2020 12:58 • von

Obwohl die meisten Spieleunternehmen schnell reagiert haben, hat die Verbreitung des Coronavirus bereits merkliche Auswirkungen auf das tägliche Geschäft. Gerade längerfristig könnte das für einige Unternehmen schwerwiegende Folgen haben. Es sei, so der game - Verband der deutschen Gamesbranche jetzt schon absehbar, dass einige Unternehmen immer mehr in finanzielle Not geraten.

Er fordert deshalb leichter zugängliche und schnellere Hilfe für Spieleunternehmen. Der Zugang zu Krediten und Zuschüssen müsse beschleunigt werden. Die Grenze der prüfungsfreien Kredite sollte erhöht und die Haftung der Hausbanken in dem Maße von der KfW übernommen werden, dass zeitaufwendige Bonitätsprüfungen auf ein Minimum reduziert werden oder gar entfallen können.

Der vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur angekündigte vorzeitige Maßnahmenbeginn für die De-minimis-Anträge ist hier ein erster guter Schritt, es muss aber noch mehr passieren.

Die aktuelle Situation in der deutschen Gamesbranche im Zuge der Pandemie sieht laut einer Umfrage des Verbandes wie folgt aus.

> 84 Prozent der Unternehmen bekommen die Krise aktuell noch gut gemeistert

> 87 Prozent der Unternehmen sind auf Home-Office umgestiegen

> 62 Prozent erwarten eine kurzfristige Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

> 62 Prozent erwarten kurzfristig negative bis sehr negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb

Besonders herausfordernd ist die Lage aktuell für Dienstleister, Veranstalter und den E-Sport-Bereich.

"Einerseits haben sich die Unternehmen der Games-Branche als digitale Vorreiter schnell an die neue Arbeitssituation angepasst und können so den Geschäftsbetrieb weiterführen", meint game-Geschäftsführer Felix Falk. "Andererseits bringt die aktuelle Corona-Pandemie auch immer mehr Unternehmen in existenzielle Nöte. Während wir als Verband die Branche mit wichtigen Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten und rechtlichen Fragestellungen unterstützen, sind die Verantwortlichen staatlicher Förderprogramme jetzt gefragt, besonders flexibel, schnell und unbürokratisch zu agieren, damit die betroffenen Unternehmen die aktuelle Krise überstehen."

Stay Home, Play Together

Die game-Umfrage zeigte aber auch eine erfreuliche Entwicklung. Viele Unternehmen und Institutionen engagieren sich zu dieser schweren Zeit aktiv für die Gesellschaft. Einige bieten beispielsweise ihre Spiele kostenfrei an. Die Stiftung Digitale Spielkultur listet indes auf seiner Webseite eineReihe an Games mit pädagogischen Potenzial auf, das Eltern und Lehrern in dieser Zeit des Schulausfalls zu Rate ziehen können. Der game-Verband ruft auf, all diese Maßnahmen unter unter dem Hashtag #stayhomeplaytogether in den sozialen Netzwerken gesammelt zu verbreiten.

"Games sind in dieser herausfordernden Zeit besonders wertvoll", so Falk. "Ob Online-Skat mit den Großeltern, der Bau von Phantasiewelten mit den Kindern oder das ausgefallene Fußballspiel oder Formel-1-Rennen virtuell nachholen: Sie bieten die Möglichkeit, mit Familie und Freunden den Alltag hinter sich zu lassen, in Kontakt zu bleiben und einfach gemeinsam Spaß zu haben. Dabei ist es eine gute Nachricht, dass sich viele Unternehmen der Games-Branche in dieser Situation mit unterschiedlichen Aktionen gesellschaftlich engagieren, getreu dem Motto: 'Stay home, play together'."