Games

Gamesförderung: BMVI gewährt nun doch Finanzierungsmodelle

Nach einer Anpassung der FAQ durch das BMVI ist es den Fördernehmern möglich Finanzierungsmodelle wie beispielsweise Crowdfunding zu nutzen. Zunächst verwehrte das Ministerium dies.

27.02.2020 09:05 • von
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat die Gamesförderung in den Etat gestellt. (Bild: CSU / Valentin Brandes )

In letzter Zeit geriet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) verstärkt in Kritik. Die schleppend vorangehende Abwicklung der Fördergelder und die Vorschrift, Entwickler müssten einen gewissen Eigenanteil an der Gamesfinanzierung selbst stemmen, lies das Ministerium nicht gerade in der Gunst der Branche stehen.

Doch ab heute gibt es gute Nachrichten für alle Förderempfänger. Das BMVI hat erkannt, dass es gerade Start-ups und Kleinunternehmen vor eine große Herausforderung stellt, den Eigenanteil von 30 Prozent selbst zu stemmen ohne "projektbezogene Zuschüsse Dritter". So stand es nämlich bis gestern noch in den FAQ zur Gamesförderung auf der Homepage des BMVI geschrieben: "Projektbezogene Zuschüsse Dritter sind als Drittmittel zu betrachten und somit von der Förderung abzuziehen."

Wie GamesMarkt im Vorfeld erfuhr, passt das BMVI diese Vorschrift nun an. Demnach ist es nun doch möglich, branchenübliche Finanzierungsmodelle wie Crowdfunding, Publisherverträge oder Early Access als Eigenanteil anzurechnen. Die Bewertung der Anträge, wurde in diese Richtung auch schon in Angriff genommen.

Insgesamt wurden somit zwei Punkte in den FAQ angepasst. Im Detail steht dort seit heute geschrieben, es sind alle Einnahmen, die das geförderte Spiel erwirtschaftet "dem Zuwendungsempfänger zuzurechnen und können zur Deckung des Eigenanteils herangezogen werden."Dazu zählen Einnahmen aus dem Verkauf von Nutzungslizenzen (Early Access, Vorbestellungen) oder Einnahmen aus Publisherverträgen. Dabei sei es unerheblich, wann dem Antragsteller - also vor, während oder nach der Projektlaufzeit - diese Einnahmen zuteil werden.

Obwohl die BMVI-Regelung für Einnahmen über Crowdfunding-Kampagnen, wie beispielsweise Kickstarter, gelockert wurde, prüft das BMVI derzeit, ob für das jeweilige Projekt eine Zusage über die Finanzierung durch Crowdfunding möglich ist. Aufgrund der Vielfalt an Plattformen und Gestaltungsmöglichkeiten ist nämlich keine Pauschalaussage möglich. Das BMVI empfiehlt deshalb allen Antragstellern in diesem Fall mit dem Ministerium in Kontakt zu treten.

Ausgangspunkt ist immer noch, dass alle Fördernehmer ihre Solvenz nachweisen müssen, um eine Förderung zu erhalten. Das bedeutet, sie weisen über den Eigenanteil nach, dass sie die notwendigen finanziellen Mittel aufbringen können, ihr Projekt mit Hilfe der Förderung umzusetzen.

Wenn ein Projekt somit beispielsweise mit 100.000 Euro beim BMVI eingereicht wird, übernimmt der Staat bei kleinen Studios zu 70 Prozent die Kosten, also 70.000 Euro. Das bedeutete im Umkehrschluss, dass der Entwickler mit 30.000 Euro Eigenanteil das Spiel selbst finanzieren muss. Durch die Lockerung der Bestimmung dürften jedoch viele Entwickler erleichtert aufatmen können.