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Deutschland: Stand der Digitalisierung

Die deutsche Gesellschaft erreicht in der neuen Studie der Initiative D21 einen Digitalen Indexwert von 58 Punkten. 86 Prozent der deutschen Bevölkerung sind bereits online.

25.02.2020 12:29 • von
Die zentralen Ergebnisse des "D21-Digital-Index 2019 und 2020" im Überblick. (Bild: Initiative D21)

Im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellte die Initiative D21 ihre neue Studie zum Thema Digitalisierung vor. Der "D21-Digital-Index 2019/2020" wurde in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Kantar durchgeführt. Die deutsche Gesellschaft erreichte einen mittleren Indexwert von 58 Punkten , auf einer Skala von Null bis 100. Ein Anstieg von drei Punkten im Vergleich zum Vorjahr. Grund für den Zuwachs sind erstmals Steigerungen bei allen vier Subindizes: Zugang (+4 Punkte), Kompetenz (+3 Punkte), Nutzungsverhalten (+4 Punkte) und Offenheit gegenüber digitalen Themen (+1 Punkt).

86 Prozent der deutschen Bevölkerung sind mittlerweile online. Zu verdanken ist dies vor allem dem mobilen Internet, das inzwischen 74 Prozent der Bevölkerung nutzen, ein Anstieg von 6 Prozentpunkten. Damit ist das Thema Digitalisierung längst nicht mehr nur Sache der jungen Generationen, wo nahezu jede Person (zwischen 14 und 59 Jahren) online ist. Auch bei den Älteren gibt es großen Zuwachs bei der Internetnutzung. 81 Prozent der 60 bis 69-Jährigen und mittlerweile 52 Prozent der über 70-Jährigen sind online.

Neben Altern haben aber auch Bildungsgrad und Berufstätigkeit einen deutlichen Einfluss auf den digitalen Indexwert einzelner Personen. Generell haben Berufstätige, insbesondere mit Schreibtischtätigkeit, einen höheren Indexwert als Menschen ohne Berufstätigkeit (46 zu 73). Höher Gebildete haben mit einem Indexwert von 71 einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad als Menschen mit niedriger formaler Bildung (40).

Im Rahmen der D21-Studie wurde auch die Einschätzung der Befragten zum digitalen Wandel erhoben. Wenn es um den Lebensbereich "Beruf" geht, sind diese sich uneinig. Knapp 40 Prozent der Berufstätigen sehen durch Digitalisierung neue Jobchancen, aber ebenso viele fühlen sich zunehmend unter Druck gesetzt. 43 Prozent geben an, dass sich durch die Digitalisierung ihre Arbeitsabläufe bereits spürbar verändert haben. Bei Personen mit einem Bürojob sind es sogar 58 Prozent.

Fast drei Viertel der Berufstätigen sieht sich den aktuellen digitalen Anforderungen allerdings gewachsen. Personen mit überdurchschnittlichen Kenntnissen erkennen für sich einen erhöhten Fort- und Weiterbildungsbedarf. 78 Prozent der Berufstätigen sehen lebenslanges Lernen als zentralen Faktor für beruflichen Erfolg. 27 Prozent von ihnen empfinden dies als Belastung, bei gering gebildeten Personen sind es sogar zwei von fünf.

Lediglich eine Minderheit von 36 Prozent findet, dass in den Schulen die notwendigen Digitalisierungskenntnisse vermittelt werden, speziell im Hinblick auf internationale Konkurrenzfähigkeit.

Der D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar. Sie erfasst die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. 20.322 face-to-face Befragungen wurden in Deutschland durchgeführt, davon 2.019 mit vertiefenden Fragen.