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Judith Gerlach klopft bei Pixel Maniacs an die Tür

Pixel Maniacs bekam Besuch von Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach. In ihren Nürnberger Studioräumen zeigten sie Gerlach, wie sie die Förderung, die sie vom FFF Bayern für ihre Games erhalten haben, nutzen.

21.11.2019 15:08 • von
Judith Gerlach, bayerische Digitalministerin, probiert beim Studiobesuch ein vom FFF Bayern gefördertes Spiel von Pixel Maniacs aus. (Bild: Pixel Maniacs)

Hoher politischer Besuch klopft an die Studiotür des Entwicklers Pixel Maniacs. Judith Gerlach persönlich, die bayerische Staatsministerin für Digitales, schaute bei den Nürnbergern vorbei und blickte sich in den neuen Räumlichkeiten nach dem Umzug um.

Das Studio ist bei Bayerns Digitalministerin und FFF-Aufsichtsratvorsitzende Gerlach auf dem Schirm, da das Entwicklerstudio bereits zwei Mal mit Fördergeldern des FFF Bayern (FilmFernsehFonds Bayern) in einer Gesamtsumme von 330.000 Euro für das Racing-Game "Can't Drive This" und "Escape the Loop" bedacht wurde. Mit dem Besuch konnte sich Gerlach selbst von den Früchten der Bayerischen Gamesförderung in Nürnberg überzeugen. "Bayern ist die Heimat einer lebendigen und kreativen Gamesbranche. Dafür ist Pixel Maniacs eines von zahlreichen guten Beispielen", so Gerlach nach ihrem Besuch. "Die Nürnberger Gamesschmiede arbeitet aktuell an mehreren spannenden Projekten: vom Co-Op-Rennspiel, bei dem Teamplay zählt und nicht nur Gegeneinander, bis zum First Person Adventure, bei dem man aus einer Zeitschleife ausbrechen muss."

Bei der Studiotour durch die neue Bleibe, eine 480 Quadratmeter große Fabrikhalle, die sich Pixel Maniacs mit der webme GmbH (betreibt homepage-baukasten.de) und Spaceflower UG teilt, konnte die bayerische Digitalministerin die zwei geförderten Projekte durch den FFF testen, bekam einen Einblick darin, wie Videospiele entstehen und erfuhr etwas über die Historie der Firmen.

"Ich finde es für die Branche eine wichtige Sache, Politikern möglichst transparent zu zeigen, wie wir das Geld einsetzen, dass wir durch die Förderung des FFF Bayern bekommen und was die Förderung für uns bedeutet", so Benjamin Lochmann, CEO von Pixel Maniacs.

In den Umbau sei, wie Lochmann betont, kein Cent von der Förderung geflossen, der Mietvertrag ist auf zwölf Jahre festgesetzt. Die Perspektive einer stabilen, jahrelangen bayerischen Förderung für Spiele in Kombination mit der Bundesförderung und den derzeitigen Einnahmen des Entwicklerstudios, ließ den Geschäftsführer der Pixel Maniacs den Schritt wagen, so ein langfristiges Investment zu wagen.

"Im Vergleich zu den Projekten, die wir zuvor entwickelten (kleinere Entertainment Apps mit Budget von jeweils unter 20.000 Euro), ist das Anfangsinvestment bei Spielen deutlich höher. Das Investment zeigt erst viele Monate später seine Wirkung, zum Release des Spiels eben. So viel Geld vorzuhalten wäre für uns (gerade ohne Publisher) unmöglich, daher hilft uns die Förderung enorm. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr beim Release von 'Can't Drive This' unsere erste Förderung an den FFF zurück bezahlen können", schwebt Benjamin Lochmann vor.

Das zweite Studio im Fabrikgebäude, die Spaceflower UG, konnte durch die Förderung erst richtig durchstarten. Die Konzeptförderung für "Let Them Trade" in Höhe von 20.000 Euro ermöglichte die Teamgründung und gab die Mittel das erste Gamekonzept auszuarbeiten. Dies soll bald weiter entwickelt werden. Derzeit arbeitet das Spaceflower-Team an einem Auftrag, "den sie vermutlich nicht bekommen hätten, ohne eine Referenz aus dem Spielebereich oder gar eine Firma zu haben", betont Lochmann. "Das Team konnte für den Auftrag einen Kollegen aus Aschaffenburg gewinnen, welcher nun ab dem 1. Dezember ebenfalls in unsere neuen Räumlichkeiten einzieht." Welche das sein wird, verrät Lochmann nicht.

Judith Gerlach weiß, dass Games ein wachsender Markt, mit einer großen Bedeutung für die Wirtschaft ist. "Die Branche bietet immer mehr attraktive Arbeitsplätze", resümiert die Digitalministerin. "Die Bayerische Staatsregierung hat das früh erkannt und ist seit 10 Jahren ein Vorreiter der Gamesförderung. In der vergangenen Dekade haben wir über den FFF Bayern gut 160 Projekte mit mehr als 10 Millionen Euro unterstützt. So leistet das Digitalministerium einen Beitrag dazu, dass Games made in Bavaria entwickelt werden können und eine wachsende Fangemeinde begeistern. Die internationale Konkurrenz nimmt trotzdem zu und viele Länder fördern ihre Entwickler und Studios massiv. Deswegen habe ich in Berlin darauf gedrängt, dass der Bund seine Förderung fortsetzt. Mit dieser Entscheidung können die Games nun noch mehr durchstarten."

Pixel Maniacs und Spaceflower UG erleben durch die Förderung das, wofür sie eigentlich gedacht ist: Sie ist dem Games-Standort Bayern eine wichtige Stütze, schafft stabile Arbeitsplätze und baut wichtiges, branchenübergreifendes Wissen auf. " Unser gestecktes Ziel ist, in den zwölf Jahren zu wachsen und weitere Arbeitsplätze zu schaffen." Da darf Judith Gerlach bei ihrem nächsten Besuch sicher gespannt sein, wohin es die Pixel Maniacs treibt.