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Holpriger Start für Google Stadia

Auch wenn der Dienst technisch Großteils überzeugt, fielen in den ersten 48 Stunden auch viele Mängel auf, wie ein schwaches Launch-Lineup sowie Probleme beim ersten Zugriff.

21.11.2019 15:15 • von

Seit dem 19. November ist Stadia nun erhältlich. Der neue Streaming-Dienst von Google legte jedoch einen etwas holprigen Start hin. Die Reaktionen sind bislang gemischt. Das Unternehmen erweiterte sein Start-Line up erst knapp einen Tag vor Release auf 22 Spiele, was bereits von Unsicherheit zeugte. Nun gab es auch Probleme am Launch-Tag. Viele Käufer, die die Founders-Edition von Stadia zum Teil bereits im Juni vorbestellt hatten, erhielten ihre Einladungscodes nicht rechtzeitig. Eigentlich sollten diese in der Reihenfolge der eingegangenen Bestellungen geschickt werden, dabei kam es aber zu einem Durcheinander.

Bei der Performance scheint der Dienst jedoch durchweg zu überzeugen. Die Einschätzung der Computerbild ist "gut". Kritisiert wird hier zwar die geringe Auswahl an Spielen zum Starttermin, doch die getesteten Games ("Destiny 2", "Mortal Kombat 11" und "Gylt") liefen in 4K flüssig, auch beim Wechsel von Fernseher zu Handy.

Kotaku ist ebenfalls von der technischen Umsetzung überzeugt, zweifelt aber an dem Nutzen von Stadia und findet keinen wirklichen "Selling Point". Weiterhin bemängelt man hier auch das schwache Start-Lineup.

Diese Meinung teilt man auch bei der Zeit Online. "Wer Stadia testet, vertraut in die Zukunft" heißt es zwar optimistisch, doch gleichzeitig stellt man sich dort die Frage, weshalb man sich überhaupt bei dem Dienst anmelden soll, da es keinen wirklichen Mehrwert gegenüber Konsolen und Gaming-PCs gibt.

Der Spiegel wirft indes die potentielle Problematik der Internetverbindung auf. Für eine Ausstrahlung in 4K und HDR wird nämlich mindestens eine Geschwindigkeit von 30-35 mbit/s benötigt, die in manchen Teilen Deutschlands nicht zur Verfügung steht.

Statt einem Netflix for Games, wie sich neue Streaming Dienste gerne bewerben, lässt sich Google Stadia eher mit PlayStation Plus vergleichen. Man zahlt 10 Euro im Monat für 4K, HDR, ein Gratisspiel und einige Rabatte auf bestimmte Games. Alle weiteren Spiele muss man aber separat für den refulären Handelspreis kaufen. Außerdem ist das mit der Hardware-Unabhängigkeit auch nur relativ. Im Browser funktioniert der Dienst zwar tatsächlich auf jedem PC, doch wer auf dem Fernseher oder dem Handy spielen möchte, braucht passende Harware. In der Founders Edition war deshalb der Chromecast Ultra enthalten, der dank eines neuen Updates mit dem Fernseher verbunden werden kann. Die Stadia-App gibt es zum freien Download für iOS und Android, spielen kann man darüber allerdings nur auf den aktuellen Pixel-Smartphones des Unternemens.

Der Start der Testphase zeigte also einige Schwächen, aber eben auch Stärken von Googles neuem Spieledienst auf. Es bleibt abzuwarten, wie der Service sich schlägt, wenn die kostenlose Basis-Version im Laufe 2020 startet. Interessant wird es auch zu beobachten, wie sich Google bis zum Release von Project xCloud und der Xbox Scarlett hier weiterentwickelt.