Games

Gamesförderung 2020 offenbar doch auf der Zielgeraden

Die Chancen für eine Fortsetzung der Bundesgamesförderung stehen offenbar gut. So berichtet die Berliner Zeitung "Tagesspiegel", dass in der sogenannten Bereinigungsvorlage nun doch 50 Millionen Euro im Haushalt für die Förderung vorgesehen sind. Ob sie tatsächlich im Haushalt verankert werden, entscheidet sich am Donnerstag. Die Parlamentarier reklamieren den Erfolg für sich.

12.11.2019 20:44 • von

Zwei Tage vor der sogenannten Bereinigungssitzung, bei der Änderungen im parlamentarischen Verfahren am Bundeshaushalt 2020 festgezurrt werden, zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer für die Gamesförderung des Bundes am Horizont ab. So vermeldet die Berliner Zeitung "Tagesspiegel", dass das Bundesverkehrsministerium nun doch 50 Millionen Euro für die Förderung einplanen will. Auch soll der Posten dauerhaft in der Planung verankert werden. Der "Tagesspiegel" beruft sich dabei auf die Bereinigungsvorlage, die der Zeitung vorliege.

Während Ministerium und der Regierung den Bericht noch nicht kommentierten melden sich Politiker der Opposition zu Wort. Der Tagesspiegel zitiert Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion mit den Worten "Unser Druck hat sich gelohnt". Und auch Manuel Höferlin, digitalpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion sowie Vorsitzender der Parlamentsgruppe eSports & Gaming, kommentierte den Artikel umgehend.

"Ich freue mich, dass die Games-Förderung nun doch fortgeführt werden soll. Das sind sehr gute Nachrichten für die gesamte Branche und den Innovationsstandort Deutschland", so Höferlin. Doch auch wer will dem Verkehrsminister Andreas Scheuer nicht die Lorbeeren für die Förderung überlassen. "Auch wenn die 50 Millionen im Einzelplan des Verkehrsministeriums hinterlegt sind, kann sich Minister Scheuer diesen Erfolg aber nicht auf die Fahne schreiben. Es ist vor allem dem Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages und dem Einsatz der Games-affinen Abgeordneten zu verdanken, dass die Förderung glücklicherweise doch versteigt werden kann", stellt er dar. "Letztlich haben die Parlamentarier ein Versprechen eingelöst, das der Minister zwar vollmundig angekündigt hatte, aber selbst nicht zu halten im Stande war."

Auch wenn die Chancen für eine Fortsetzung nun sehr gut stehen, so ganz ist die Kuh noch nicht vom Eis. Denn erst am Donnerstag werden die geplanten Änderungen formal beschlossen.

Vielen in der Gamesbranche dürfte trotzdem ein Stein vom Herzen fallen. Nach dem Zickzack-Kurs der Regierung stieg die Nervosität der Branche merklich. Dabei ist die deutsche Gamesbranche dringend auf Unterstützung angewiesen, um im internationalen Wettbewerb zumindest über ähnliche Voraussetzungen zu verfügen. Länder wie Kanada, Großbritannien oder Frankreich fördern die Branche seit Jahren und zum Teil mit Summen, die deutlich über die 50-Millionen-Euro hinausgehen.

Hintergrund des Engagements in anderen Ländern ist, dass dort neben der Wirtschaftskraft des Kerngeschäfts, die digitalen Unterhaltung, auch die vielen Schnittpunkte zu anderen Branchen und Industrie berücksichtigt werden. Gamestechnologie und -know-how ist in vielen Segmenten gefragt, darunter die Automobilbranche, die Medizin, die Kommunikation und der Bildungssektor. Auch in Deutschland beschäftigen Konzerne wie VW oder BMW längst auch Gamesentwickler, um deren Kenntnisse bei Themenfeldern wie Simulation, Visualisierung oder Schulung einzusetzen.