Games

Arbeitsministerium plant eSport-Absatz in der Beschäftigungsverordnung

Die Visa-Regelung für eSportler steht womöglich vor einem Durchbruch. Ein neuer Referentenentwurf der Beschäftigungsverordnung enthält einen entsprechende eSport-Absatz, der eSportler mit anderen Sportathleten im Visarecht gleichstellt. Der ESBD zeigt sich hoch erfreut.

30.09.2019 11:06 • von
Bisher durften eSportler, die nicht aus der EU stammen, nur kurzzeitig zu Events wie der Dreamhack Leipzig (Archivbild) nach Deutschland einreisen. Die Anstellung in einen eSport-Termin war nicht ohne weiteres möglich (Bild: Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze (TS))

Noch ist es nur ein Entwurf doch der hat es in sich. In dem jetzt veröffentlichten Referentenentwurf für Änderungen an der Beschäftigungsverordnung (BeschV) finden sich neben zahlreichen weiteren Änderungen auch ein neuer Absatz für §22 BeschV. Es ist der Paragraph, der die Vergabe von Aufenthaltstitel für sogenannte "besondere Berufsgruppen" regelt, darunter in Absatz 4 auch für Berufssportlerinnen und -sportler sowie -trainerinnen und -trainer. Unmittelbar nach Absatz 4 soll ein neuer Absatz 5 eingeführt werden, der den eSport betrifft. Er spiegelt die Regelungen aus Absatz 4 wider mit einer Ausnahme. Statt des DOSB muss der "für den eSport zuständige deutsche Spitzenverband die berufstätige Ausübung von eSport" bestätigen. Welcher Verband das sein wird, lässt der Entwurf offen. Die bisherigen Absätze 5 bis 7 werden zu den Nummern 6 bis 8.

Beim Deutsche eSport-Bund (ESBD) begrüßt natürlich den Entwurf. "Der Vorschlag ist gut für die Spieler, die Teams und es stärkt den deutschen Standort in der Ausrichtung von internationalen Turnieren", so Hans Jagnow, Präsident des ESBD. "Nachdem schon im letzten Jahr der kurzfristige Aufenthalt für eSport-Athleten Rahmen von Turnieren erleichtert wurde, folgt jetzt die vollständige Gleichstellung mit Athleten anderer Sportarten im Visa-Recht." Die Visa-Frage habe über Jahre die deutsche eSport-Landschaft in ihrer Entwicklung blockiert. Laut ESBD hätten Teams und Veranstalter oft Schwierigkeiten gehabt, talentierte Spieler oder ganze Teams nach Deutschland zu holen. "Wenn die Bundesregierung den Entwurf umsetzt, gehört das endlich der Vergangenheit an und sendet ein starkes Signal in die Welt", sagt Jagnow.

Auch wenn der ESBD die Frage nach dem zuständigen Verband nicht kommentiert, die Chancen, dass der ESBD eines Tages für die Bestätigung der berufstätigen Ausübung von eSport verantwortlich sein könnte stehen gut.