Games

game: Kurzsichtige Finanzpolitik darf erste Fördererfolge nicht abwürgen

Der game hat seine Forderung an Bundestag und Regierung erneuert, die Finanzierung der Gamesförderung langfristig abzusichern. Schließlich habe die hohe Nachfrage zum Start der Pilotphase gezeigt, wie groß der Bedarf an Förderung sei.

23.09.2019 12:07 • von
Felix Falk, Geschäftsführer game (Bild: Dirk Mathesius)

"380 Einreichungen alleine für die Pilotphase sind deutlich mehr als viele erwartet haben. Das zeigt, wie notwendig und chancenreich die Einführung einer Games-Förderung in Deutschland ist", sagt Felix Falk, Geschäftsführer des game - Verband der deutschen Games-Branche. Der Verbandsgeschäftsführer reagiert damit auf die ersten Erkenntnisse, die das Verkehrsministerium nach dem Start der Pilotphase der Gamesförderung gesammelt und veröffentlicht hat. Neben den 38 0 Anträgen für eine De-minimis-Förderung hätten sich auch bereits 295 Unternehmen mit konkreten Projekten gemeldet, die sich für eine umfangreichere Förderung interessieren, die startet sobald die EU die Förderrichtlinie des Bundesverkehrsministeriums notifiziert.

Laut Falk können allein durch die De-minimis-Förderung Projekte umgesetzt und Firmen gegründet werden, die es ohne diese Förderung nicht gäbe. "Der erfolgreiche Start darf jetzt nicht durch eine kurzsichtige Finanzpolitik direkt wieder abgewürgt werden", warnt der game-Geschäftsführer. "Bundestag und Regierung müssen die 50 Millionen Euro für die Games-Förderung jetzt langfristig absichern und so Planbarkeit schaffen, damit die positive Entwicklung fortgesetzt werden kann und nicht schon im Keim erstickt wird. Nur so können wir international konkurrenzfähige Wettbewerbsbedingungen in Deutschland schaffen."

Hintergrund der deutlichen Worte ist der von der Regierung vorgelegt Haushaltsentwurf für 2020. Dort wurde kein Geld für eine bundesweite Gamesförderung eingeplant. Das Haushaltsgesetz wird derzeit im Bundestag beraten. Nach der ersten Lesung wurde es an die Fachausschüsse verwiesen. Verband und Branche hoffen, dass dort 50 Millionen Euro Gamesförderung nachträglich in den Haushalt rein verhandelt werden.

Die Hoffnung ist durchaus berechtigt. Schließlich wurde das Budget von 50 Millionen Euro im Haushalt 2019 ebenfalls erst im parlamentarischen Verfahren eingeplant. Allerdings ist das Fehlen des Budgets im Haushaltsplan der Regierung eine Enttäuschung. Einerseits zeugt es von mangelndem Support im Verkehrsministerium, andererseits ist eine Korrektur im parlamentarischen Verfahren keineswegs gewiss. Die Branche, aber auch die zuständigen Abteilungen im Ministerium können also nicht langfristig mit der Förderung planen.