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Ubisoft: Uplay+ als Langzeitlösung für Spieler

Größere Produktsicherheit für Spieler und langfristig besserer Content: Camille Aneas, Director of Subscription E-Commerce EMEA bei Ubisoft spricht über die Hintergründe von Ubisofts Streaming-Dienst Uplay+.

19.09.2019 11:37 • von

Vor knapp zwei Wochen startete Ubisoft seine eigene Streaming-Plattform Uplay+. Der Dienst des französischen Publishers schloss sich damit einer Reihe an neuen Streaming-Angeboten an, die aktuell und in den nächsten Monaten gestartet werden. Neben bekannten Diensten wie Play Station Now und Xbox Live startet nun bereits am 19. September die Apple Arcade. Auch Google Stadia lässt nicht mehr lange auf sich warten und EA tüftelt an seinem Project Atlas. Von diesen lässt sich Uplay+ allerdings klar abgrenzen. Vielmehr ist es mit EA's Origin Access vergleichbar. Während die anderen Dienste vor allem auf eine größtmögliche Bandbreite an Spielen verschiedenster Entwickler und Publisher setzen, soll Uplay+ vor allem ein Sammelort für Ubisoft-Fans sein. Für 14,99 Euro im Monat können Abonnenten also auf sämtliche PC-Spiele des Publishers zurückgreifen und alle Neuerscheinungen sofort anspielen. Camille Aneas, Director of E-Commerce EMEA bei Ubisoft empfindet Uplay+ als eine Langzeitlösung. "Spieler haben hier eine größere Produktsicherheit, da sie wissen, dass immer da sein wird, dass es gewissermaßen für die Ewigkeit gebaut wurde".

Das Abo-Modell erlaubt den Spielern, so Aneas weiter, einen personalisierten Zugang zu ihren Spielen. Dadurch wird "Freedom of Access" gegenüber Besitz begünstigt. Über die wachsende Anzahl an anderen Streaming-Services, die angeboten werden, fühlt sich Anaes aber keinesfalls eingeschüchtert. "Ich glaube das wird einen positiven Einfluss auf den Markt haben", so die E-Commerce-Expertin. "Alle werden dazu herausgefordert, den Spielern den bestmöglichen Content anzubieten. Und am Ende werden die Spieler anhand diesen Contents entscheiden, welchen Dienst sie abonnieren." Natürlich stehen die Spiele des Publishers aber auch weiterhin auf der hauseigenen Vertriebsplattformen Uplay und dritten Anbietern zum Kauf. Wobei Ubisoft hier zumindest in Zukunft einen Shift von Steam zu Epic Games anpeilt. Aber auch mit anderen Streaming-Services wird kooperiert. So arbeitet Ubisoft aktuell bekanntlich mit Google zusammen. Auf dem kommenden Stadia-Dienst des Unternehmens wird unter anderem der Ubisoft-Titel "Assasin's Creed Odyssey" spielbar sein. Aneas beschrieb die Herangehensweise von Google als sehr aufgeschlossen. "Man lerne viel von einander", so die Director of E-Commerce weiter. "Google bringt etwas Neues auf den Markt. Wir sehen nicht als Konkurrenten, sondern als Partner, der uns dabei unterstützt, die nächste Gaming-Generation zu gestalten."

Bevor Ubisoft mit Uplay+ an die Öffentlichkeit ging, führte das Unternehmen eine Marktanalyse zu Streaming in der Gamesbranche durch, um sich seines Unterfangens sicher zu sein. In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Sorgem wurden im August 2018 4000 Menschen befragt. Betrachtet wurden dabei Abonnenten von sämtlichen großen Game-Streaming-Plattformen, also Xbox Live, PS Plus, Switch Online, PS Now, Xbox Game Pass, Origin Access und EA Access. Die eine Hälfte der Befragten stammte aus Europa, die andere aus den USA. Aus dieser Studie kristallisierten sich drei große Erkenntnisse für Ubisoft.

1. Streaming ist noch kein dominantes Geschäftsmodell, aber eine ergänzender Zugang zu Videogames

2. Intensive Gamer (solche, die wöchentlich viel Zeit mit Spielen verbringen), machen den größten Anteil der Abonnenten aus

3. Das größte Einstiegs- und Bindungsargument ist (viel und vielfältiger) Content