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eSport-Wachstum in der Schweiz

Auf dem eSport.Business.Forum in St. Gallen am 3. September wurde die aktuelle Situation des eSports in der Schweiz evaluiert.

04.09.2019 12:28 • von
Sales Consultant eSports Timo Krüeger bei seinem Vortrag auf dem eSport.Business.Forum (Bild: Griessenböck)

Gaming und eSport nimmt eine immer größere Rolle in der Schweiz ein. Jeder dritte Schweizer ist laut einer aktuellen Studie der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) Gamer. Etwa 30 Prozent der Befragten bezeichnen sich selbst als Gamer. Der Anteil der eSportler liegt bei 3,7 Prozent. Die wöchentliche Spieldauer liegt bei beiden bei etwa 11 Stunden pro Woche. Auffällig ist vor allem das große Wachstum über einen kurzen Zeitraum. Laut einer Studie von Nielsen Sports haben 35 Prozent der Befragten den eSport in den letzten zwei Jahren für sich entdeckt. Vorgestellt wurden die Ergebnisse sowie weitere Erfahrungen auf dem eSport.Business.Forum am 3. September in St. Gallen.

Doch eSport ist nicht nur ein Phänomen der Jugend. Dank der vor kurzem gegründeten Senior eSports steigt die Beliebtheit des elektronischen Sports auch bei älteren Spielern bis in die Mittvierziger. Gründer René Merkli will auch diesen eine echte Chance im eSport geben und sieht hier großes Potenzial. "In der Schweiz besitzen 520 000 der über 40-jährigen Männer eine Konsole. In Deutschland sind 15 Millionen Gamer in diesem Alter", so Merkli. Der Einstieg in die Plattform ist einfach gestaltet und geworben wird nicht auf Twitch oder Twitter, sondern auf Facebook. Jüngere Spieler sind nicht erlaubt. Ziel ist es, Senior eSport zu einer professionellen Liga auszubauen mit einem eigenen eSports Team um quasi eine ESL für eSportler ab 40 zu gestalten. "Wenn alles glatt läuft, werden wir in drei Jahren in den US-Markt einsteigen", prophezeit Merkli.

Ein großer Teilbereich des eSport ist natürlich Sponsoring. Auch wenn Fans diesem positiv gegenüberstehen und verstehen, dass dies notwendig ist, um die Reichweite zu erhöhen, stehen viele Unternehmen in der Schweiz dem Thema noch kritisch gegenüber. Zwar steigen mehr und mehr Marken, auch nicht endemische wie Swisscom, in das eSport-Sponsoring ein, die Summen sind im Ganzen genommen aber noch sehr gering.

Das Thema "eSport = Sport" wird natürlich nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz heiß diskutiert. Vor kurzem entschied das Bundesamt für Sport (BASPO), eSport nicht als Sport anzuerkennen. In dem Bericht wird allerdings betont, dass der Sportbegriff "dynamisch ist und letztendlich durch die Gesellschaft definiert wird". Auf diese Weise wird, so Moritz Jäggy, eSport-Rechtsanwalt bei Vischer "eine Tür für eine Neubeurteilung des Sportbegriffs offen gelassen." Damit ist das Thema also noch lange nicht durch. Nach der oben genannten Studie der ZHAW nehmen bereits 27,6 Prozent den eSport als tatsächlichen Sport wahr. Das entspricht einem Viertel der Schweizer Bevölkerung. Und diese Summe wird in Zukunft nur weiter steigen.