Games

Debatt(l)e Royale: Neues Jahr, altes Spiel

Auf der Tagesordnung des diesjährigen Debatt(l)e Royale standen die Themen Förderung, eSport, Social Media und Influencer.

21.08.2019 15:53 • von

Im Debatt(l)e Royale des gamescom congress Bundesgeschäftsführer und Generalsekretäre der großen Parteien aufeinander, um über Games und digitale Themen zu reden. In die Arena stiegen am 21. August 2019 die Generalsekretäre Paul Ziemiak von der CDU, Lars Klingbeil von der SPD und Linda Teuteberg von der FDP sowie die Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler von der Linken und Michael Kellner von Bündnis 90/Die Grünen.

Gestartet wurde die Diskussion direkt mit einem Thema, das der gesamten Branche auf dem Herzen liegt: die versprochene Förderung von 50 Millionen. Alle Teilnehmer der Politikarena waren sich zumindest in dem Punkt einig, dass diese dauerhaft im Bundeshaushalt eingesetzt werden sollte. Dafür müssten vor allem Klingbeil und Ziemiak Druck auf die Verantwortlichen machen. Gegensätzliche Meinungen erwiesen sich allerdings bei der Frage, was genau gefördert werden soll. Jörg Schindler von der Linken ist der Meinung, das "gesellschaftlich wertvolle Games" gefördert werden sollen. Ziemiak sah dies hingegen anders: "Politik sollte sich nicht darin einmischen, was letztendlich auf den Markt kommt beziehungsweise in was der Markt braucht." Michael Kellner sprach sich indes klar dafür aus, kleine Publisher und Indies gleichermaßen zu fördern.

Bei den Themen eSport und 5G glich die Debatte der vom Vorjahr. Der Wille ist da, doch letztendlich hat sich hier bisher noch nicht allzu viel getan.

Ein weiterer interessanter Gesprächspunkt war die Frage nach Influencern und Soziale Medien, speziell im Hinblick darauf, wie Parteien und Politiker sie nutzen und damit umgehen. Ausschlag dafür war mitunter das Video "Die Zerstörung der CDU" des YouTubers Rezo, das im Mai für Aufruhr sorgte. Klingbeil sah dies als Aufwachmoment für viele in der Politik. Da merkten viele erst, was hier über Soziale Medien möglich ist. Deshalb sein Apell, auch an seine eigene Partei: "Gibt auch den jungen Leuten mal Verantwortung." Diese kennen sich nämlich oftmals besser mit den neuen Medien aus.

Alles in allem verlief die Diskussion allerdings ähnlich wie im Vorjahr. Dieselben Themen und Wünsche für die Zukunft wurden formuliert und selbst den Sprechern merkte man eine gewisse Enttäuschung darüber an, wie wenig sich seit letztem Jahr tatsächlich getan hat. Der Fokus soll nun zunächst auf die versprochene Förderung gelegt werden, damit diese nicht nur jedes Jahr aufs Neue, sondern längerfristig durchgesetzt wird.