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Spobis: DFB plant eigenen eSport-Pokal

Wie steht der DFB zum Thema eSport bzw. eFootball? Genau zu diesem Thema äußerte sich im Rahmen der Spobis Interims-DFB-Präsident Rainer Koch und überraschte nicht nur mit einer positiven Grundhaltung zum Thema, sondern auch mit einem neuen Pokal, der eFootball in den Breitensport bringt.

19.08.2019 16:12 • von
Moderator Konni Winkler mit DFB-Interims-Präsident Rainer Koch undMarcel Sandrock, Managing Director von Stark eSports (Bild: GamesMarkt)

Im vergangenen Jahr galt neben dem Deutschen Olympischen Sportbund auch der DFB als einer der Verbände, die der Anerkennung von eSport als Sport kritisch gegenüber stehen. Umso erstaunlicher war die Kehrtwende des DFB, der nach dem Ausscheiden von Reinhard Grindel als Präsident prompt eine eFootball Nationalmannschaft berief. Entsprechend gespannt war man deshalb auf den Auftritt von DFB-Interims Präsident Rainer Koch auf dem diesjährigen Spobis Gaming & Media-Kongress. Und der hatte es dann auch in sich.

Denn Koch stellte gleich zu Beginn klar, dass man innerhalb des DFB-Präsidiums de eSport keineswegs so ablehnend gegenüber steht, wie man es außerhalb vermutet. Schließlich bestehe das Präsidium aus vielen verschiedenen Leuten. Tatsächlich würden oft nur wenige, wenn nicht sogar nur der Präsident von der Öffentlichkeit wahrgenommen. So habe man intern zwar intensiv diskutiert, aber man habe sich nie gegen den eSport entschieden verriet Koch. Denn es habe bis vor kurzem keine Abstimmung gegeben. Und bei der jetzigen, der ersten Abstimmung gab es ein Ergebnis von 15:0 für den eFootball.

Vor diesem Hintergrund ist auch zu Verstehen, warum das Handels des DFB nach Kehrtwende aussieht, dies aber eigentlich keine ist. Auf eine allumfassende Unterstützung kann die eSport-Branchen dennoch nicht hoffen. Als Fußballverband sei der DFB eben auch nur für alles zuständig, was mit Fußball zu tun hat.

Da sei es aber wichtig, dass man sich der gesellschaftlichen Weiterentwicklung nicht in den Weg stelle. Koch erinnerte an die Sportart Rasenhandball. Die habe nach dem Krieg Stadien gefüllt. Heute kenne sie jedoch kaum noch einer. Wenn der Fußball als Breitensport nicht das gleiche Schicksal erleben will, muss man sich eben auch der Digitalisierung der Gesellschaft stellen. Koch erinnerte aber auch an die Umstände. Man spreche von rund 25.000 Fußballvereinen in Deutschland. "Da muss man gerade im Amateurbereich, wo es nur mit ehrenamtlichen Engagement geht, Menschen in Führungspositionen überzeugen, die selbst mit eFootball keine Berührungspunkte haben", so Koch.

Der DFB selbst wird jedoch dazu beitragen, dass der eSport oder besser gesagt der eFootball im Breitensport ankommt. So verriet Koch, dass man gemeinsam mit der Agentur Stark eSports an einem Konzept für einen DFB ePokal arbeitet. Wie der DFB Pokal soll er allen Spielern offen stehen und über lokalen und regionale Spiele und Finalspiele zu einem großen Finale führen, das idealerweise am gleichen Wochenende wie der DFB-Pokal in Berlin stattfindet.

Auf das Thema Gemeinnützigkeit angesprochen, das gerade kleinere Sportvereine davon abhält sich im eSport zu engagieren, weil sie Angst haben diese aberkannt zu bekommen sagte Koch: "Das Gemeinnützigkeitsproblem werden wir schon in den Griff bekommen. Es ist für mich keine Frage, dass das gemeinnützige Wirken der Vereine auch in diesem Bereich kommen muss und das wird es auch." Da müssten alle zusammenarbeiten. "An irgendeinem Punkt wird jeder, der in einem Verband arbeitet, pragmatisch", zeigte sich Koch zuversichtlich, dass die Kluft zwischen den klassischen Sportverbänden und den eSport-Verbänden überbrückt werden kann.