Games

game: Mehr Firmen, weniger Beschäftigte in der deutschen Gamesbranche

Der wirtschaftliche Druck, dem die deutschen Gamesfirmen ausgesetzt sind, lässt die Zahl der Beschäftigten in der Branche weiter sinken. Laut neuen Daten des Verbands game steigt jedoch auf Grund von Neugründungen die Zahl der Firmen in der Branche.

07.08.2019 10:04 • von
Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Gamesbranche geht weiter zurück (Bild: game)

27.854 Menschen in Deutschland arbeiten in der Gamesbranche, 11.014 davon im sogenannten Kernmarkt, also bei den Entwicklern und Vermarktern von Computer- und Videospielen. Die Daten hat der game - Verband der deutschen Games-Branche veröffentlicht. Sie basieren auf einer Hochrechnung aus der Grundlage von Marktbeobachtungen.

Für die Branche sind es keine guten Zahlen, denn im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Beschäftigten zurück. Das Minus im Gesamtmarkt betrug 3,1 Prozent. Der Gesamtmarkt inkludiert neben dem Kernmarkt auch den erweiterten Markt, bei dem die vorrangig für Games verantwortlichen Beschäftigten von Medien, Handel und Diestleister der Branche mit gezählt werden. In diesem Teilmarkt fiel das Minus mit 1,2 Prozent gering aus. Tatsächlich hingen die meisten Jobs im Kernmarkt verloren. Fast 700 Stellen fielen laut game im Jahresvergleich bei Entwicklern und Publishern weg. Das ist ein Minus von 5,9 Prozent. Doppelt bitter ist, dass erst im Vorjahr ein leichtes Plus von 560 Stellen verzeichnet wurde. Dieser Aufschwung auf dem Game-Arbeitsmarkt ging also komplett verloren.

Im Gegensatz zur Beschäftigtenzahl steht jedoch die Entwicklung der Unternehmenszahl. Die stieg laut game nämlich von 524 auf 614 Firmen. Vor allem Neugründungen kleinerer Entwickler trugen zu dem Plus bei. Gleichzeitig sinkt aber die Firmengröße. Im Schnitt beschäftigen diese Entwickler weniger als fünf Leute.

"Der weitere Rückgang der Beschäftigtenzahlen zeigt, wie groß der wirtschaftliche Druck auf Games-Unternehmen in Deutschland ist. Obwohl der Markt abermals deutlich gewachsen ist, mussten insgesamt Stellen abgebaut werden. Der Grund liegt darin, dass nur wenige der in Deutschland gespielten Games auch hierzulande entwickelt werden", so Felix Falk, Geschäftsführer des game. Um diesen Trend zu stoppen, brauche es eine langfristige Strategie. "Die Einführung der Games-Förderung auf Bundesebene ist hierfür der zentrale Baustein. Dass die Fördermittel im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2020 fehlen, hat für viel Verunsicherung gesorgt und ist aufgrund der fehlenden Planungssicherheit auch ein Wachstumshemmnis für Games-Unternehmen jeder Größe."

Gleichzeitig gäbe der Blick auf die gestiegene Zahl an Unternehmen Zuversicht: Wille und Mut, Games-Unternehmen in Deutschland zu gründen, seien trotz der schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin vorhanden. "Dieses Potenzial müssen wir als Digital- und Kulturstandort dringend nutzen. Sonst findet die Entwicklung des Leitmediums des 21. Jahrhunderts weitgehend ohne deutsche Beteiligung statt", so Falk.