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Kickstarter beendet Finanzierungskampagne für "Raw"

Kurz vor Beendigung hat Kickstarter die Kampagne für den "GTA"-Online-Imitator "Raw" ausgesetzt und storniert die finanziellen Zusagen von über 170.000 Euro.

16.07.2019 12:02 • von
Kickstarter hat die Finanzierung für "Raw" annuliert. (Bild: Kickstarter (Screenshot))

Zum Greifen nah: Knapp vor Ablauf der Zeit wurde am gestrigen Tag der Kickstarter für "Raw", ein Sandbox-MMORP-Titel des Fürther Studios Killerwhale-Games, gestoppt. Alle 3983 Unterstützer der Kampagne erhielten eine eMail von Kickstarter selbst, in der ihnen mitgeteilt wurde, dass die Finanzierung ausgesetzt ist und die Unterstützer ihr investiertes Geld zurückerhalten.

Das Projekt "Raw" hatte sein Finanzierungsziel recht schnell in großem Maße überschritten, stieß jedoch auf Kritik, da der angestrebte Anspruch an das Gameplay viel zu ehrgeizig sei, um es mit dem mehr als bescheiden angesetzten Budget zu verwirklichen.

So sieht das wohl auch Kickstarter selbst. Gegenüber der Website PCGamesN sagt ein Sprecher des Förderprogramms zum vorliegenden Fall: "Unsere Regeln und Richtlinien fordern alle Urheber auf den Geldbetrag in jenem Maße zu erhöhen, der erforderlich ist, um ihr Projekt zum Abschluss zu bringen. Die Entwickler dieses Projekts gaben in einem Update an, dass sie zusätzliche Mittel außerhalb von Kickstarter sammeln müssten, um das Spiel abzuschließen. Somit hat das Projekt diesen Standard nicht erfüllt."

Im FAQ-Bereich der "Raw"-Kickstarter-Kampagne bestätigen die Entwickler deutlich, dass ihr Ziel zu klein angesetzt ist, um ein vollwertiges MMO zu entwickeln: "Natürlich brauchen wir mehr als 70.000 Euro", heißt es dort. "Aber niemand sagt, dass dieses Geld alles ist, was wir zur Verfügung haben. Es wird mehrere Fundraising-Kampganen geben, Kickstarter ist nur die erste Stufe." Die Kommentare verstoßen eindeutig gegen die Richtlinien von Kickstarter.

Die über 170.000 Euro, die auf Kickstarter für "Raw" zusammengekommen sind, sind damit futsch. In einer Meldung im offiziellen Discord des Spiels beklagen Killerwhale-Games, dass vor der Suspendierung des Kickstarters keine Warnung ausgesprochen wurde. Sie erhielten lediglich eine ähnliche Nachricht wie die Kickstarter-Unterstützer, die die Gründe für die Unterbrechung einer Kampagne auflistet. Das Killerwhale-Team sei wegen der gestoppten Kampagne "sehr enttäuscht, aber nicht gebrochen."

Kickstarter-Zusagen werden in der Regel erst erhoben, wenn die Kampagne eines vollständig finanzierten Projekts beendet ist. Daher werden den Unterstützern keine Gebühren für die abgesagten Zusagen berechnet.