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Frankreich startet Projekt "Join the Game" - UK fürchtet um Spieleentwickler

Mit einem neuen Projekt der Französischen Regierung, "Join the Game", will sich das Land attraktiv für Publisher und Entwickler der internationalen Games-Branche machen. Doch England fürchtet dadurch eine Abwanderung ihrer eigenen Spieleentwickler.

04.07.2019 13:16 • von

Die Französische Regierung möchte die Games-Branche ihres Landes fördern und sich auch für Publisher und Entwickler anderer Länder attraktiv machen. Das Projekt "Join the Game" soll sowohl Major- als auch Independent-Studios zeigen, was die Französische Games-Wirtschaft zu bieten hat.

Das will Frankreich vor allem mit einigen Förderprojekten für interessante Projekte schaffen. Mit dem "Video Games Tax Credit (CIJV)" werden 30 Prozent an Steuervergünstigung für förderungsfähige Produktionen angeboten. Etwa durch einen Zuschuss von 40 Millionen Euro im Jahr 2017 konnten viele Produktionen geschaffen werden und mehr als 200 Projekte in 100 Unternehmen wie Ubisoft, Arkane, DontNod, Cyanide geführt werden. Der FAJV - der Video Games Support Fonds - unterstützt außerdem das geisitge Eigentum bei der Produktion von Videospielen mit bis zu 50 Prozent des Projektbudgets.

Durch alle diese Vorzüge macht sich England nun sorgen, dass dadurch englische Spieleentwickler von Frankreich abgeworben werden könnten. Im englischen Medium "The Guardian" heißt es, Frankreich würde "Subventionen, Steuererleichterungen und Kredite für Kreative, die den Schritt über den Ärmelkanal machen" versprechen. Auch durch ein Beiteiligungsdarlehen würden Unternehmen Kredite in Höhe von bis zu zwei Millionen Euro aufnehmen, die abhängig vom Unternehmenswachstum zurückgezahlt werden. Vor allem um die englische Glücksspielbranche wird hier gezittert, da dort die Besorgnis über die Auswirkungen des Brexit weit verbreitet ist. 2017 habe eine Umfrage gezeigt, dass durch den Brexit mehr als zwei Fünftel der englischen Spielefirmen über eine Verlagerung nachdenken würden.

Der Umsatz des Videospielmarktes in Frankreich belief sich vergangenen Jahres auf 4,9 Milliarden Euro und schafft mehr als 5.000 Arbeitsplätze. "In nur wenigen Jahren haben sich Videospiele nach Büchern und vor dem Kino zu Frankreichs zweitgrößter Kulturindustrie entwickelt", wird die französische Generaldirektion für Unternehmen, die die Kampagne leitet im "The Guardian", zitiert.