Unternehmen

Kersting enthüllt noch vage Unternehmung Phoenix Games

Gameforge- und Flaregames-Gründer Klaas Kersting hat mit Phoenix Games ein neues Unternehmen vorgestellt. Ziel ist es, eine starke Entwicklergemeinschaft durch den Kauf in erster Linie von Entwicklern von Free-to-play Mobile-Games zu formen.

03.04.2019 16:57 • von
Klaas Kersting stellt mit Phoenix Games sein neues Unternehmen vor (Bild: Phoenix Games)

Fünf Monate nachdem sich Klaas Kersting bei flaregames aus dem operativen Geschäft zurückzog hat er nun seine neue Firma Phoenix Games mit Sitz in Karlsruhe vorgestellt. Wie beim Rückzug angekündigt sieht er seine Zukunft vor allem als Investor. Phoenix Games erklärtes Ziel ist: "leistungsfähige internationale Spielefirmen zu akquirieren und unter einem Dach zu versammeln". Die Gemeinschaft stellt nach Meinung Kerstings für Studios insofern einen Vorteil dar, dass sie ihre Kräfte bündeln und weniger riskante Pfade zur Wirtschaftlichkeit einschlagen müssten. "Jedes Spieleunternehmen möchte sich weiterentwickeln, um schließlich die Früchte ihrer guten Arbeit ernten zu können. Allerdings ist das für alle außer den größten und bestplatziertesten Unternehmen ein langer und harter Weg", sagt Kersting. "Phoenix Games geht über kurzfristige Einzelprojekte hinaus und fördert langfristige, strategische Herangehensweisen. Jeder in der Unternehmensfamilie profitiert davon und wird so vom Erfolg der anderen mitgetragen."

Der Gedanke der Solidargemeinschaft, den Kersting anspricht, ist in der Spielebranche nicht neu. Das US-Unternehmen Gathering of Developers forcierte ihn einst lautstark, scheiterte jedoch in der Praxis und wurde schlussendlich Teil von Take-Two Interactive. Doch es gibt auch erfolgreiche Beispiele wie die schwedischen stillfront studios. Auch das Münchner Produktionshaus rcp - remote control productions agiert ähnlich, wobei die Art der Verbindung innerhalb der Studiofamilie von Mehrheits- über Minderheitsbeteiligungen bis hin zu strategischen Partnerschaften variiert.

Kerstings Pläne für Phoenix Games sind zum jetzigen Zeitpunkt hingegen noch sehr vage. So sollen erste Firmenkäufe laut Pressemitteilung in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden. Zwar sagt Phoenix Games, dass man primär Free-to-play-Entwickler von Mobile Games übernehmen will, lässt sich aber eine Hintertür offen für Unternehmen, "die ins Ökosystem passen".

Klaas Kersting gründete 2003 zusammen mit Alexander Rössner auf Basis des von Rössner entwickelten Spiels "OGame" den Publisher Gameforge. Nach seinem Ausstieg bei GameForge gründete Kersting den Entwickler flaregames. Ziel des neuen Unternehmens war zunächst die Entwicklung von Spielen, die Aspekte der Augmented Reality nutzen. Schnell wechselte der Fokus jedoch auf Mobile Games. Später stieg Flaregames auch ins Publishing von Games ein, ehe es in finanzielle Schieflage geriet, die letztlich zur Insolvenz, einer massiven Verkleinerung und eine Neuorientierung als Service- und Operationsdienstleister für die Partnerstudios führten. Kersting selbst war neben seinem Engagement bei Flaregames im Markt auch als Business Angel und Investor aktiv und erfolgreich.