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Kommentar: Beste Lösung für Branche und Besucher

Koelnmesse und game haben sich auf eine Vertragsverlängerung der gamescom geeinigt. Damit können sich alle Beteiligten wieder zum Wohle der Messe auf das Wesentliche fokussieren, ist GamesMarkt-Chefredakteur Stephan Steininger überzeugt.

12.03.2019 12:14 • von

Leipzig, Köln und dann? Blickt man auf einige Berichte und Kommentare auf den Sozialen Netzwerken nach der gamescom 2018 zurück, dann konnte man durchaus den Eindruck gewinnen, dass der Wechsel der weltweit größten Gamesmesse in eine andere Stadt fast schon eine Notwendigkeit, ja vielleicht sogar schon beschlossene Sache sei. Und auch wenn es zuletzt etwas ruhiger an der "Wechselfront" wurde, das Thema gamescom-Vertrag schwebte doch wie ein Damoklesschwert über den Planungen für die gamescom 2019.

Doch damit ist nun Schluss. Messe und Verband haben sich geeinigt. Fünf Monate, bevor die Messehallen öffnen, steht fest: Die gamescom bleibt in Köln. Ob der neue Vertrag nun drei Jahre, fünf Jahre oder wie lange auch immer geht, ist nicht bekannt. Doch das ist auch nebensächlich. Viel wichtiger ist, dass sich alle Protagonisten auf die entscheidenden Dinge fokussieren können. Denn die gamescom steht heute vor allem aus einem Grund an der Spitze aller Gamesmessen: Sie hat sich kontinuierlich weiterentwickelt und sich von Jahr zu Jahr behutsam, aber Stück für Stück neu erfunden. Und genau daran können Koelnmesse und game mit ihren Teams nun arbeiten.

Denn dass es 2019 im Vergleich zum Vorjahr Veränderungen geben muss, ist allen klar. Die Klagen über überfüllte Messestände, lange Wartezeiten und unangenehme Engstellen waren nicht zu überhören. Das beheben dieser Nadelöhre - die es nebenbei bemerkt auch in jeder anderen Messestadt gegeben hätte - steht sicher ganz oben auf der Agenda von game und Koelnmesse. Doch es geht auch um eine konzeptionelle Weiterentwicklung. Schließlich bleiben die anderen Messen nicht stehen. Im Gegenteil: Ob aus Los Angeles, Paris, London oder sonst wo her - die Blicke der Games-Messeveranstalter richten sich auch deshalb im August nach Köln, um die besten Ideen für sich zu adaptieren.

Wie schnell die Stimmung für oder gegen ein Event kippen kann, zeigt sich aktuell auch am Beispiel der Game Developer Conference. Zu teuer, zu beliebig, zu wenig innovativ - seit dem Weggang von Meggan Scavio verliert auch die GDC an Profil. Wurde die erste GDC ohne Meggan noch als Übergangsphase abgehakt, fragen heute immer mehr Entwickler, ob das gebotene Programm wirklich die teueren Eintrittspreise der GDC rechtfertigt.

Nein, die gamescom tut gut daran, nicht stehen zu bleiben, aber gleichzeitig nicht Ihr Fundament einzureißen. Die Konstante Köln gibt Raum für Veränderung an den richtigen Stellschrauben. Der Zeitpunkt der Einigung schafft wiedeum ausreichend Gelegenheit für einen auch inhaltlich konstruktiven Dialog zwischen Verband und Messe. Ich jedenfalls bin überzeugt, dass diese frühzeitige Entscheidung allen Beteiligten zu Gute kommt und damit meine ich ausdrücklich nicht nur Verband und Messe, sondern auch die ausstellende Branche und die spielenden Besucherinnen und Besucher.

Stephan Steininger

Chefredakteur GamesMarkt