Games

Deutscher Motor Sport Bund erkennt Rennsimulationen als eSport-Disziplin an

Während andere noch deutlich zurückhaltender agieren schreitet der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) in Sachen eSport-Anerkennung voran. Durch einen Präsidiumsbeschluss gilt "SimRacing" ab sofort als offiziell anerkannte Motorsport-Disziplin.

08.10.2018 09:56 • von
Dr. Hans-Gerd Ennser ist Präsidiumsmitglied des DMSB und künftig für SimRacing verantwortlich (Bild: DMSB)

IOC-Präsident Bach und DFB-Präsident Grindel haben sich in den vergangenen Monaten mehr als einmal gegen eine zu schnelle Anerkennung von eSport als Sportart ausgesprochen. Ihre Kollegen aus dem Motorsport haben da offenbar weniger Berührungsängste. Wie der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) jetzt mitteilt, gab es am 4. Oktober einen Beschluss des Präsidiums. Demzufolge gilt "SimRacing" ab sofort als anerkannten Disziplin im Motorsport.

"In keiner anderen Sportart liegen Realität und digitale Simulation so nah beieinander wie im Motorsport", erklärt Dr. Hans-Gerd Ennser, Präsidiumsmitglied des DMSB und künftig auch verantwortlich für SimRacing. "Die Darstellung der Rennstrecken und die Einstellungsmöglichkeiten der Fahrzeuge sind so realistisch, dass viele Motorsportler SimRacing längst als Trainingsmöglichkeit und zur Vorbereitung etwa auf unbekannte Rennstrecken nutzen. Nun wollen wir den nächsten Schritt machen, indem wir SimRacing als vollwertige Motorsport-Disziplin anerkennen und damit den Einstieg in den Motorsport auch für jüngere Menschen erleichtern."

Die Anerkennung durch den DMSB ist für den eSport ein weiterer wichtiger Schritt zur Etablierung als Sportart. Vor allem da der DMSB sehr genau unterscheidet, wo Freizeit-Zocken aufhört und Sport anfängt. Mobile-Games oder Rennspiele, die mit einem Pad an der Konsole gespielt werden, fallen nämlich nicht in das Raster des anerkannten SimRacing. Tatsächlich fordert der DMSB, dass bei SimRacing nicht nur Lenkrad, Gaspedal und Bremse erforderlich ist, sondern auch entsprechende Sportstrukturen. "Genau hier kann der DMSB wertvolle Unterstützung bieten", weiß Dr. Gerd Ennser. "Wer mit anderen nicht nur ein bisschen 'zocken' möchte, sondern sich ernsthaft auf SimRacing-Wettbewerbe einlässt, wird schnell merken, dass klare Regeln, neutrale Sportwarte und technische Standards sinnvoll und notwendig sind."

Der DMSB verfügt bereits um 3000 ehrenamtliche Sportwarte, also auch über entsprechende Strukturen. Gleichzeitig mit dem Beschuss hat das Präsidium auch eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Sie soll nun dafür sorgen, dass realer und simulierter Sport zusammenwachsen. Im Idealfall sollen selbst Rennleiter und Sportkommissare ihre Erfahrungen bei SimRacing einbringen.