Games

BIU: Deutscher Markt dank neuen Konsolen stabil

PlayStation 4 und Xbox One haben zum Jahresende dafür gesorgt, dass der deutsche Software-Gamesmarkt trotz rückläufiger Einnahmen im PC-Segment und leicht niedrigeren Digitalumsätzen das Jahr 2013 mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau beendet hat. Erstmals nannte der Verband auch einen Umsatzwert inklusive Hardware.

05.03.2014 12:00 • von Tim Pototzki

Im internationalen Vergleich steht der deutsche Gamesmarkt weiterhin gut da. Laut den von der Gesellschaft für Konsumforschung im Verbandsauftrag erstellten Jahreszahlen bewegt sich der Markt dank der neuen Konsolen im Softwaresegment auf Vorjahresniveau. Erstmals ließ der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) in der repräsentativen Kundenbefragung, an der nicht weniger als 25.000 deutsche Konsumenten teilgenommen haben, auch Marktzahlen inklusive Hardware ermitteln. Demnach haben deutsche Gamer im Jahr 2013 alles in allem 2,41 Mrd. Euro in neue Games-Hardware und -Software digital wie physisch investiert. Die Hardwareausgaben beliefen sich dabei auf rund 590 Mio. Euro. Ein Vergleichswert zum Vorjahr fehlt in diesem Bereich. Insgesamt 69,5 Mio. Spiele wurden verkauft, nach 73,8 Mio. im Vorjahr.

"Computer- und Videospiele erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Trotz steigender Lebenshaltungskosten und einer zuletzt schwächeren Konjunktur zeigt sich der Gesamtumsatz der Branche erfreulich stabil", erklärte dazu der BIU-Geschäftsführer Dr.

Detailreicher erklärt der Verband das Softwaresegment. Mit 1,82 Mrd. Euro wurde hier fast das Vorjahresergebnis von 1,85 Mrd. Euro erreicht. Die relativ stabile Entwicklung mit einem marginalen Minus von nur 1,6 Prozent ist dem BIU zufolge auf die Markteinführung von PlayStation 4 und Xbox One zurückzuführen. Die neuen Konsolen sorgten im Weihnachtsgeschäft für satte Umsätze. Das belegen die Zahlen für den Teilmarkt Konsolensoftware. Mit 862 Mio. Euro gaben deutsche Gamer 2013 fünf Prozent mehr Geld für Spiele für die stationären Konsolen aus als im Vorjahr. Der Wert umfasst sowohl das Retailangebot als auch den Digitalvertrieb. 23,5 Mio. Spiele wurden verkauft (Vorjahr: 23 Mio.). Der Teilmarkt bleibt mit 47 Prozent der Gesamteinnahmen größtes Segment im deutschen Spielemarkt. Relativ stabil war das Handheldsegment. Hier weisen die BIU-Zahlen Umsätze von 176 Mio. Euro aus (Vorjahr: 180 Mio.).

Einbrüche musste hingegen das PC-Segment hinnehmen. Wo im Vorjahr Smash-Hit "Diablo III" für volle Kassen sorgte, hat der Umsatz 2013 spürbar nachgelassen. Nach 24,7 Mio. PC-Spielen im Jahr 2012 wurden vergangenes Jahr noch 23,5 Mio. Spiele verkauft. Der Umsatz gab um 15,5 Prozent auf 392 Mio. Euro nach. Eine rückläufige, aber längst nicht so dramatische Entwicklung ist zudem im Digitalmarkt zu verzeichnen. Im Bereich der Online- und Browserspiele sowie der Apps für Smartphones und Tablets wurden im vergangenen Jahr 348 Mio. Euro mit Abo-Gebühren und sogenannten virtuellen Zusatzinhalten (insbesondere: In-App-Käufe) umgesetzt (2012: 350 Mio. Euro). Positiv entwickelte sich noch der Verkauf mobiler Spieleanwendungen (Apps für Smartphone und Tablet). Der Free-to-play-Trend zeigt sich in diesem Segment ungebrochen stark und bedingt insgesamt einen Absatzrückgang bei kostenpflichtigen Apps. Der Umsatz stieg allerdings auf 39 Mio. Euro. Wegen eines um 23 Prozent auf nun 2,42 Euro gestiegenen Durchschnittspreises konnte der Umsatz hier um vier Prozent zulegen.

Browserspiele verzeichneten im Jahr 2013 einen Nutzerzuwachs von vier Prozent auf insgesamt 11,6 Mio. Spieler. Die Nutzerzahlen von Online-Spielen (client basiert) waren hingegen im zweiten Halbjahr 2013 leicht rückläufig und lagen bei 9,6 Mio. Nutzern (Vergleichszeitraum 1. Halbjahr 2013: 10 Mio.). Während der Umsatz mit virtuellen Zusatzinhalten von 226 Mio. im Jahr 2012 auf 209 Mio. Euro im Jahr 2013 rückläufig war, wuchs der Umsatz mit monatlichen Abo-Gebühren deutlich an. Der starke Umsatzanstieg um zwölf Prozent von 124 Mio. Euro auf 139 Mio. Euro im Jahr 2013 beruht Verbandsangaben zufolge insbesondere auf neuen Geschäftsmodellen bei Browserspielen.

Im Spannungsfeld physisch vs. digital tendiert der deutsche Gamer weiterhin zum stationären Handel. In Bezug werden bei diesem Werten nur Produktebereiche gesetzt, die sowohl physisch als auch digital angeboten werden. Der Mobile-Markt beispielsweise, für den es faktisch kaum eine physische Entsprechung gibt, wird hier ausgeklammert. So ergibt sich beim Stückabsatz ein Wert von rund 79 Prozent aller Spiele für Konsolen und PCs, die über den Retailkanal abgesetzt wurden. 21 Prozent wurden via Download verkauft. Der angepasste Vergleichswert für das Vorjahr weist einen Retail-Schwerpunkt von 86 Prozent aus. 2013 noch . Weil seinerzeit die absoluten Verkaufszahlen aus allen Digitalmärkten eingeflossen sind, ergab sich beim Absatz ein Verhältnis 62 zu 38 Prozent. Beim Umsatz hat die Umstellung jedoch geringere Auswirkungen: So wurden 2012 inklusive Mobile Games nur elf Prozent der Umsätze digital erzielt. Für 2013 weist der BIU beim Digitalumsatz exklusive Mobile Games einen Anteil von zwölf Prozent aus. Dieser sei im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte gestiegen.