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300.000 Euro für gute Spiele

Die Pläne für einen staatlichen Förderpreis deutscher Computer- und Videospiele sind offenbar schon weit fortgeschritten. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) kündigte für 2008 eine entsprechende Verleihung an. Insgesamt sollen 300.000 Euro an die Sieger in unterschiedlichen Kategorien ausgeschüttet werden.

02.01.2008 16:33 • von Tim Pototzki

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) kündigte für 2008 die erstmalige Verleihung einen Deutschen Computerspielpreises an. Offenbar sind die Pläne in den vergangenen Wochen schnell vorangeschritten, hatten Abgeordnete der großen Koalition doch erst im November einen entsprechenden Antrag im Bundestag gestellt. Der Preis soll "qualitativ hochwertige sowie kulturell und pädagogisch wertvolle" Spiele aus Deutschland fördern. Die Bundesregierung stellt hierzu insgesamt 300.000 Euro bereit, die an die Sieger in unterschiedlichen Kategorien ausgeschüttet werden sollen. Presseberichten zufolge ist die Summe bereits im Kulturinvestitionsplan für 2008 vorgesehen.

Auf wenig Gegenliebe stieß das Vorhaben beim Deutschen Musikrat. Computerspiele zum Kulturgut sei abstrus, kommentierte Generalsekretär Christian Höppner. Den Einsatz von Steuermitteln in der Spieleförderung hält Höppner für verfrüht, da "noch immer vielen Kindern und Jugendlichen der Zugang zu einer qualitätsgesicherten und kontinuierlichen musikalischen Bildung verwehrt" werde.

Zustimmend äußerte sich hingegen der Deutsche Kulturrat. "Wie in anderen künstlerischen Sparten sollen nun auch bei den Computerspielen entsprechende Förderprogramme aufgelegt und Auszeichnungen vergeben werden. Dieses wird zu mehr kultureller Vielfalt in diesem Marktsegment beitragen und die Qualität der Computerspiele anheben", sagte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates. "Damit wird ein Roter Teppich für künstlerisch anspruchsvolle und gleichzeitig pädagogisch überzeugende Spiele ausgerollt."

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