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Medienanwalt Olaf Wolters leitet die Geschäfte des BIU

04.08.2005 17:03 • von Tim Pototzki
Olaf Wolters (Bild: Game Face)

GM: Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Berufung zum Geschäftsführer des BIU. Was sind denn nun Ihre konkreten Aufgaben? Und wie sieht die Zielsetzung des BIU aus?

Olaf Wolters: Vielen Dank für die Glückwünsche. Die Ziele des Verbands sind: die Kommunikation über Computer- und Videospiele mit der Öffentlichkeit, die Maßnahmenentwicklung zur Förderung von Medienkompetenz, die Förderung des Kinder- und Jugendschutzes, der Kampf gegen die Softwarepiraterie sowie die Unterstützung von aufmerksamkeitsstarken Außendarstellungen der Industrie. Diese Ziele bilden die Vorstellungen der Gründungsmitglieder und wurden ja auch bereits zur BIU-Gründung kommuniziert. Gemeinsam werden wir im Laufe der Zeit diese Ziele konkretisieren und den jeweils aktuellen Gegebenheiten anpassen. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Verband die gemeinsamen Interessen der Publisher von Unterhaltungssoftware in Deutschland vertreten wird.

GM: Und Ihre Aufgabenstellung?

OW: Meine vorrangige Aufgabe ist es, den Verband gemeinsam mit dem Vorstand so aufzustellen und zu führen, dass wir unsere Ziele erreichen können. Dabei setze ich auch auf ein aktives Engagement der Mitgliedsunternehmen. Diese sollten viel von ihrem Verband verlangen dürfen, und umgekehrt gibt es natürlich auch eine Verpflichtung der Mitglieder, sich in den Verband einzubringen. Ich hoffe zwar, viele neue Impulse geben zu können, bin aber auch in gewisser Weise auf das Input der Mitglieder angewiesen. Der Verband kann nur diejenigen Interessen vertreten, die von der Mitgliedschaft gemeinsam getragen werden. Dies setzt voraus, dass die jeweiligen Interessen auch aktiv an den Verband kommuniziert werden. Hier werde ich immer wieder den Dialog mit allen Mitgliedern suchen, damit eine ausgewogene Interessenlage garantiert ist. Wo unterschiedliche Mitgliederinteressen aufeinander treffen, werde ich auch vermittelnd tätig werden und den kleinsten gemeinsamen Nenner herausarbeiten. Allerdings wird sich der Verband in keinem Fall in das Tagesgeschäft der Mitglieder einmischen.

GM: In der Pressemitteilung des BIU hieß es darüber hinaus, dass Sie über hervorragende Kontakte in die Politik verfügen. Wie hervorragend ist es denn um diese bestellt?

OW: Selbstverständlich knüpfe ich an das an, was ich in den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit gemacht habe. Und da hatte ich sowohl im Rahmen meiner anwaltlichen Tätigkeit Kontakt mit politischen Institutionen und Entscheidungsträgern als auch über meine Tätigkeit als Geschäftsführer für die Northstar Developers. Insofern verfüge ich über ein solides Netzwerk von Kontakten in die Politik, und zwar sowohl auf Bundesebene wie auch auf einzelnen Länderebenen.

GM: Eine Frage zur Verhältnisbestimmung des BIU zu anderen Verbänden. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe davon im Bereich Unterhaltungssoftware. Da wären etwa die Northstar Developers oder der G zu nennen. Aber auch der VUD ist denkbar, wenn die Initiative aus verbliebenen Mitgliedern beim Versuch, den Beschluss zur Selbstauflösung zurückzunehmen, erfolgreich sein sollte. Welches Verhältnis strebt der BIU zu diesen Verbänden an?

OW: Grundsätzlich ist der BIU die Interessenvertretung der Publisher von Unterhaltungssoftware in Deutschland. Damit ergeben sich kaum Abgrenzungsprobleme zu anderen bestehenden Organisationen und Verbänden. Ich möchte mich hier an das anschließen, was unser Vorstandssprecher Dr zu der VUD-Initiative gesagt hat: dass der BIU offen ist, mit allen Verbänden, die in unserer Branche tätig sind, kooperativ zusammenzuarbeiten und einen offenen Dialog zu pflegen. Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass dieses Gesprächsangebot allgemein angenommen wird. Dem BIU ist innerhalb der Branche mit Sicherheit ein gewisses Gewicht zuzumessen, und dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware bildet lediglich einen Teil aller Branchenteilnehmer ab. Und mit Blick auf die Ziele unseres Verbands sollte sich jeder im Klaren darüber sein, dass wir auch bereit sind, uns für übergeordnete Brancheninteressen einzusetzen. Wir sprechen mit jedem, der bereit ist, unsere Ziele zu unterstützen.

GM: Wann wird die Branche Sie denn das erste Mal als Geschäftsführer des BIU erleben? Werden Sie auf der sein, dort gegebenenfalls sogar eine Pressekonferenz geben?

Ich werde wohl in der Tat meinen ersten öffentlichen Auftritt auf der Games Convention in Leipzig haben. In die Sacharbeit bin ich natürlich bereits früher eingestiegen, und der eine oder andere wird mich bereits vor der GC - Games Convention treffen. Bezüglich einer Präsentation des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware auf der GC haben wir uns gegen einen Stand entschieden. Dennoch werden wir uns im Rahmen der Messe ganz sicher öffentlich äußern und etwas zur Arbeit des BIU sagen. So prüfen wir derzeit eine Teilnahme an der Eröffnungspressekonferenz.

Aufbau der Infrastruktur gehört zu ersten Aufgaben

GM:Zur Geschäftsstelle des BIU: Berlin ist ja bekanntlich als Sitz geplant. Aber wann kann man denn diesbezüglich mit einer Vollzugsmeldung rechnen?

OW: Eine meiner ersten Aufgaben ist es, für den BIU eine Infrastruktur aufzubauen, unter anderem auch die Einrichtung einer Geschäftsstelle am Vereinssitz in Berlin. Das geht selbstverständlich nicht von heute auf morgen, zumal die Geschäftsstelle an den Zielen und der zu leistenden Arbeit des BIU ausgerichtet werden muss. Berlin haben wir aus dem Grund ausgewählt, weil man dort sehr nahe am politischen Geschehen ist. Berlin ist generell ein attraktiver Medienstandort und klassischer Verbandssitz. Wir werden deshalb sehr zeitnah zumindest eine vorläufige Geschäftsstelle dort einrichten. Wer - bis eine Geschäftsstelle etabliert ist - Kontakt zum Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware aufnehmen möchte, kann sich einstweilen an meine Kanzlei wenden oder an eins der Vorstandsmitglieder.

GM: Herr Wolters, wir danken Ihnen für das Interview.