Games

Elf Publisher heben BIU aus der Taufe

13.04.2005 17:41 • von Tim Pototzki

Seit 6. April haben die Spielepublisher wieder eine gemeinsame Interessenvertretung. Insgesamt elf namhafte Publisher haben im Rahmen einer Gründungsveranstaltung den Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware, kurz BIU, konstituiert. Im Einzelnen handelte es sich um die Firmen Atari, Eidos, Electronic Arts, Koch Media Deutschland, Konami of Europe, Microsoft Deutschland, Nintendo of Europe, Sony Computer Entertainment Deutschland, Take 2 Interactive, THQ Entertainment und Ubisoft. Damit ist nur ein einziges originär deutsches Unternehmen im BIU organisiert. Gleichzeitig mit der Verbandsgründung wurde auch ein dreiköpfiger Vorstand gewählt. Dieser setzt sich zusammen aus Stephan Brechtmann, Director Home & Retail Division bei Microsoft, Dr, Vice President Central Region Electronic Arts, und Odile Limpach, Geschäftsführerin Ubisoft.

Als grundlegende Ziele nennt der neue Verband die Kommunikation über Computer- und Videospiele mit der Öffentlichkeit, die Entwicklung von Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz sowie des Kinder- und Jugendschutzes und den Kampf gegen die Softwarepiraterie. "Mit dem BIU existiert in Deutschland wieder eine Interessenvertretung für die Hersteller von Computer- und Videospielen", so Dr. Jens Uwe Intat, der als Vorstandssprecher der BIU fungiert. "Die Interessen der Industrie sollen durch den Verband gegenüber der Öffentlichkeit, politischen Institutionen und anderen Wirtschaftsverbänden wahrgenommen werden. Mit der Entwicklerszene in Deutschland möchten wir konstruktiv zusammenarbeiten", signalisiert Intat zudem Gesprächsbereitschaft mit dem Entwicklerverband G Hierbei dürfte es vor allem um die von den Entwicklern angeregte Förderung von Computerspielen in Deutschland gehen.

Eins von verschiedenen denkbaren Modellen für eine solche Förderung sieht eine Förderabgabe vor, die wiederum bei Publishern und Händlern auf heftigen Widerstand stößt. Ein weiteres Ziel des BIU ist nach eigenen Angaben auch die Unterstützung von Branchenausstellungen zur aufmerksamkeitsstarken Außendarstellung der Industrie. Obwohl damit in erster Linie die gemeint sein dürfte, wird die Messe nicht namentlich genannt. Zu den nächsten Schritten des BIU zählt die Eröffnung einer Geschäftsstelle in Berlin und die Einstellung eines Geschäftsführers.

Obwohl die Nachricht von der Gründung eines Publisherverbands für die Branche positiv ist, dürfte das Thema Interessenvertretung damit noch lange nicht vom Tisch sein. Da der BIU sich ausschließlich an bestimmte Marktteilnehmersegmente richtet, bietet der Verband nicht für alle Firmen Platz, die noch im sich auflösenden VUD organisiert sind. Wie Wolfram von Eichborn, Between Us!, und Martina Strack, Selling Points, gegenüber MCVgamesmarkt bestätigten, hat sich aus den Reihen der VUD-Mitglieder eine Initiative für die Gründung eines zweiten Unterhaltungssoftwareverbands gebildet. Dieser soll wesentlich breiter aufgestellt sein als der BIU. Am 21. April soll deshalb ein Treffen im "Airport Marriot Hotel" in Freising bei München stattfinden, bei dem das erarbeitete Konzept offen diskutiert werde. Ob es dann tatsächlich zu der Gründung eines zweiten Industrieverbands kommt, ist unklar.