Games

Editorial

12.11.2004 14:24 • von Tim Pototzki

Wenn sich Politiker Gedanken um die Welt der Games machen, dann meist nur, um festzustellen, dass sie schuld sind an Gewalt, Abstumpfung und Verrohung der Jugend. Denkste! Mit hochoffiziellem Auftrag prüft derzeit Christina Weiss, Beauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung, ob und, wenn ja, wie Games made in Germany gefördert werden können. Und was trägt die Branche dazu bei? Nichts. So scheint es zumindest, denn offiziell herrscht bislang Schweigen im Walde zum Thema Förderung.

Keine Erklärung, keine Stellungnahme - weder vom noch existenten VUD noch vom Entwicklerverband G Und doch wird seit Monaten hinter den Kulissen diskutiert. Die Positionen sind klar: Die Entwickler wollen Geld, (fast) egal von wem. Die Publisher haben nichts gegen Förderung, solange sie dafür nicht zahlen müssen. Zumindest zwei Verbände aus dem Handel haben sich jetzt auch öffentlich zu Wort gemeldet und eine Zwangsabgabe auf verkaufte Games zum Auffüllen eines Fördergeldtopfes kategorisch abgelehnt. Das ist durchaus verständlich, zumal dies nur eine Option von vielen zur Finanzierung wäre.

Man muss sich dennoch wundern, wie viel "Konstruktivität" die Branche in dieser wichtigen Frage an den Tag legt ... Schließlich bedeutet eine Förderung in gewisser Weise auch eine Anerkennung von Games - wenn schon nicht als Kunst, so zumindest doch als Kulturgut. Oder geht es bei Games letztlich doch nur ums Geld?

Stephan Steininger verantwortlicher Redakteur "MCVgamesmarkt"